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fraisr – Mit Shopping die Welt verbessern

17 Jul

Das müsste besonders Euch Mädels gefallen: Shoppen und dabei die Welt verbessern (Sorry für das Klischee!). Wie das geht? Das Prinzip ist nicht neu, denn wer ein bisschen in sozialen Netzwerken unterwegs ist, kennt sie schon länger: Social Commerce Netzwerke wie z.B. fab.com. Doch seit Herbst 2012 gibt es mit fraisr.com ein Startup, das so etwas wie ein soziales „Social Commerce“ ist. Was bedeutet das und was ist das Besondere an fraisr.com?

Kaufen, Verkaufen, Gutes tun!

fraisr logo (Quelle: fraisr.com)

fraisr logo (Quelle: fraisr.com)

Die Idee hinter „social commerce“ besteht in der Integration von sozialen Netzwerken in Shops und die Begleitung des Kunden während des gesamten Kaufprozesses. Darunter fallen z.B. Empfehlungen von Produkten, maßgeschneiderte Angebote für den Kunden und die Möglichkeit, Produkte mit Freunden zu teilen. Das Potenzial hinter dieser Verknüpfung vom klassischen E-Commerce und sozialen Netzwerken ist recht groß. Was liegt näher als das Potenzial vom Handel in sozialen Netzen auch für einen guten Zweck zu nutzen? Also „Kaufen, Verkaufen, Gutes tun.“ Das ist die grundlegende Idee hinter fraisr.com.

Das fraisr-Konzept (Quelle: fraisr.com)

Das fraisr-Konzept (Quelle: fraisr.com)

Praktisch sieht das so aus: Auf der fraisr-Plattform können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. Der Verkäufer kann einen frei wählbaren Teil des Verkaufspreises als Spende einstellen und festlegen, an welche Organisation der Teil gespendet werden soll. Zur Auswahl stehen unter anderem Die Arche, Reporter ohne Grenzen oder den Bundesverband Deutsche Tafeln. Dabei kann der Spendenanteil zwischen 10% und 100% variieren. Ergänzend muss dabei erwähnt werden, dass fraisr.com 6% des Verkaufspreises als Provision einbehält und der prozentuale Spendenanteil auf die restlichen 94% des Verkaufspreises angerechnet wird. Diese 6% Verkaufsprovision sind fair, denn Einstellgebühren werden bei fraisr nicht fällig. Man bezahlt also nur, wenn man erfolgreich verkauft hat.

Design und Angebot

Screenshot fraisr.com

Screenshot fraisr.com

Das Design ist sehr ansprechend und aufgeräumt. Der Käufer hat die Möglichkeit, in den verschiedenen Kategorien nach Produkten zu suchen oder sich nur diejenigen Produkte anzeigen zu lassen, die eine bestimmte Hilfsorganisation unterstützen. Die Höhe des Spendenanteils am Verkaufspreis ist übersichtlich auf den Produktfotos angezeigt, so dass man schon auf dem ersten Blick erkennen kann, wie hoch die Spende sein wird und an welche Organisation sie überwiesen wird.

Aber es wird auch eine Besonderheit geboten: Ist das eigene Nutzerkonto mit Facebook, Twitter, etc. verbunden, kann der Verkäufer den Käuferkreis seiner Produkte auch eingrenzen. Das ermöglicht es, z.B. Charity-Events für Freunde und Bekannte zu veranstalten und dabei einen Teil des Erlöses zu spenden. Dazu muss man fraisr allerdings bei der Anmeldung erlauben, auf den Online-Freundeskreis zuzugreifen, damit die Käufergruppe entsprechend eingeschränkt werden kann!

Die Kategorien reichen von Mode über Beauty bis Zuhause, allerdings sind stellenweise noch wenige Angebote in den Unterkategorien. Das aber stört nicht sonderlich, wenn man bedenkt, dass fraisr.com noch recht kurz am Markt ist.

Fazit

Man muss schon lange suchen, um eine Person zu finden, die Fairtrade und ökologische Nachhaltigkeit nicht gut findet. Aber im Alltag schaffen es nur die wenigsten von uns, den eigenen Ansprüchen auch gerecht zu werden. Da sind kleine Hilfen, die unseren Alltag etwas „sozialer“ machen, sehr nützlich.

Vor diesem Hintergrund stellt fraisr.com eine willkommene Möglichkeit dar, das Kaufen und Verkaufen ein bisschen sozialer zu gestalten. Wenn man also nicht nur kaufen und verkaufen, sondern dabei auch noch etwas Gutes tun möchte, dem ist fraisr.com wärmstens zu empfehlen. Schau gleich mal rein oder werde Facebook-Fan.

Da wir die Idee auch gut finden, verkaufen wir ab sofort auch unsere Produkte über fraisr! Zum Start haben wir uns mit dem fraisr-Team ein kleines Gewinnspiel für unsere Facebook-Fans einfallen lassen!

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Ein neues „Eins zu Eins“: Brotliebling

5 Jul

Da waren wir schon ein bisschen verblüfft: Die Zeitschrift enorm brachte in ihrer Dezember-Ausgabe einen großen Artikel über so genannte „Buy One Give One“-Firmen. Neben TOMS, redboto und Caleb’s Hill wurde zudem eine weitere Firma vorgestellt: Brotliebling! Grund genug, um dem sympathischen Start-Up aus Berlin mal ein paar Zeilen zu widmen.

Johannes Arning

Johannes Arning (Quelle: Pablo Castagnola http://www.pablocastagnola.com)

Ist es euch schon einmal aufgefallen? Die meisten Brote in den Bäckereiketten, Discounter-Bäckereien und Supermarktketten schmecken auffällig gleich. Für richtiges, schmackhaftes Brot muss man schon ein bisschen suchen und findet es meistens nur noch in den wenigen familiengeführten Bäckereien. Zudem ist in den Regalen die Auswahl an biologischen Selbstbackmischungen doch recht gering.

Genauso erging es auch Student Johannes Arning: Er konnte die faden, geschmackskonformen Fertigprodukte aus den Bäckereiketten nicht mehr ertragen und gründete kurzerhand das Berliner Start-up brotliebling.de. Bei den ersten Gehversuchen griffen Arning ein Bäckermeister und ein befreundeter Lebensmittelchemiker unter die Arme. Mittlerweile werden auf brotliebling.de Brotmischungen verkauft, die für den Kunden individuell gemischt und per Post verschickt werden. Zu Hause kann der Kunde das Ganze dann selbst anrühren und beim Backen zuschauen.

Brotmischung (Quelle: brotliebling.de)

Brotmischung (Quelle: brotliebling.de)

Bei Brotliebling kann der Kunde aus zwei Möglichkeiten wählen: Entweder man bestellt eine beliebte, vorkonfigurierte Brotmischung (mit schicken Namen wie Franziska oder Pedro) oder man mischt sich seine eigene Brotkreation zusammen! Dabei kann man – ausgehend von einer von vier verschiedenen Brotsorten (Roggenmisch-, Weizen-, Quinoa- und Dinkelbrot) – seinen Favoriten auswählen und mischt Zutaten hinzufügen. Hierbei steht eine reichhaltige Auswahl aus Nüssen, Früchten, Körnern und Gewürzen zur Verfügung. Dadurch kann jeder das Brot zusammenstellen, das ihm am besten schmeckt. Man bekommt die Backmischung in einer schicken Tüte nach Hause geschickt und muss nur noch die heimische Küche zur privaten Backstube werden lassen.

Bio und ein besonderes Versprechen

Aber die individuelle Zusammenstellung der Brote ist nicht das einzige Merkmal, dass brotliebling zu etwas Besonderem werden lässt. Zum einen werden Zutaten aus Bio-Qualität verwendet. Zum anderen beinhaltet die Firmenidee von brotliebling.de ein ähnliches Versprechen wie das „Eins zu Eins“-Versprechen von Caleb’s Hill: Mit jeder verkauften Brotmischung finanziert Arning ein Schulbrot. So unterstützt Brotliebling beispielsweise das Bunte Haus, einem Berliner Treffpunkt für benachteiligte Familien. Dort werden Kinder mit gesunden Schulbroten versorgt. Mittelfristig soll es dem Kunden ermöglicht werden, zwischen verschiedenen unterstützten Hilfsprojekten auszuwählen.

Wenn ihr brotliebling.de auch gut findet und unterstützen wollt, dann schaut mal auf www.brotliebling.de vorbei oder werdet Fans auf Facebook. Und wer den tollen Artikel aus der Enorm über „Buy One Give One“-Firmen lesen möchte, kann das hier tun.

Brotliebling Logo

Brotliebling Logo (Quelle: brotliebling,de)

Das Fairphone und die Komplexität einer ‚fairen‘ Elektronik

21 Jun

Das Fairphone soll besser für Umwelt und Arbeiter sein und geht nun in Produktion. Die Idee, mit dem Fairphone ein Smartphone auf den Markt zu bringen, das nicht nur den technischen Anforderungen genügt, sondern auch noch unter fairen Bedingungen hergestellt wurde, hat in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit bekommen. Sogar Medien wie Spiegel Online, Süddeutsche und FAZ berichteten über die lobenswerte Initiative. Aber neben einer fairen Smartphone-Alternative bringt das Fairphone auch ein paar neue Probleme ans Licht.

Was bietet das Fairphone?

Das Fairphone

Das Fairphone

Das Wichtigste vorweg: Das Fairphone ist ein solides Smartphone der oberen Mittelklasse. Betrachtet man den 4,3-Zoll-Touchscreen mit qHD-Auflösung (960×540 Pixel), die 8 Megapixel-Kamera, den 1,2 GHz-Vierkern-CPU oder den 16Gb integriertem Speicherplatz des Fairphones, dann unterscheidet es sich kaum von den Produkten anderer Hersteller.

Wie die meisten Smartphones in Deutschland läuft es auf Android, so dass sich alle für Android entwickelten Apps problemlos auf das Fairphone laden lassen. Mit der Android-Version 4.2 ist es sogar aktueller als die Mehrzahl der anderen Smartphones. Ein weiterer Vorteil ist die Dual-Sim-Option, die es dem Nutzer erlaubt, zwei Sim-Karten einzulegen und unter zwei Nummern erreichbar zu sein. In dieser ersten Gerätegeneration wird LTE allerdings nicht unterstützt. Dafür sind bei einem Gewicht von 165g zudem WLAN, Bluetooth und HSDPA an Bord. Soviel zu den technischen Eckdaten.

Das Fairphone

Das Fairphone

Mit einem Preis von 325 EUR liegt das Fairphone im Bereich vergleichbarer Handys. Der Preis überrascht umso mehr, wenn man bedenkt, dass hinter dem Fairphone eine niederländische Stiftung steht, die aufgrund der geringen Mengen keine niedrigen Preise mit Minenbetreibern, Zulieferern und Fabriken aushandeln kann wie es die etablierten Herstellern am Markt können. Allerdings ist die Stiftung als gemeinnützige Einrichtung nicht darauf angewiesen, Gewinn zu machen. Damit unterscheidet sie sich von Herstellern wie Apple oder Samsung, die nicht nur in Forschung investieren, sondern auch einen großen organisatorischen Overhead finanzieren und die Aktionäre befrieden müssen.

Ist das Fairphone wirklich 100% fair?

Was muss ein Smartphone bieten, damit es als fair und ökologisch nachhaltig bezeichnet werden kann? Aus meiner Sicht müssen dafür folgende Kriterien erfüllt sein: Faire Arbeitsbedingungen und umweltschonende Vorgehensweise sowohl bei der Rohstoffgewinnung als auch bei der Produktion und Komponenten und Endprodukt. Des Weiteren sollte der entstehende Elektroschrott über den gesamten Produktlebenszyklus minimiert werden.

1. Rohstoffgewinnung

Damit ein Smartphone als fair und ökologisch nachhaltig bezeichnet werden kann, muss natürlich die Gewinnung der Rohstoff unter fairen Arbeitsbedingungen, ohne Kinderarbeit und schonend für die Umwelt vorgenommen werden.

Allerdings bereitet die Feststellung der Herkunft der Rohstoffe Probleme. Schon die Feststellung der Herkunft der Metalle Eisen und Kupfer ist schwer und noch verschlungener sind die Wege über die Tantal, Wolfram, Silber, Gold oder Palladium in den Produktionsprozess gelangen. Auch benötigt man zur Produktion das rare Coltan und die so genannten „Seltenen Erden“. Insgesamt stecken in einem Handy mehr als 60 verschiedene Stoffe, darunter ca. 30 Metalle (Quelle: „Die Rohstoff-Expedition“).

Fairphone-Chef Bas van Abel vor Ort im Kongo

Fairphone-Chef Bas van Abel vor Ort im Kongo

Selbst wenn man die Rohstoffe zurückverfolgen kann, stoßt man an deren Ursprung auf weitere Probleme: Viele der Metalle werden in afrikanischen Krisenregionen abgebaut, in denen Kinderarbeit, Sklaverei und Umweltverschmutzung an der Tagesordnung sind. Zudem sind viele Minen unter der Kontrolle von Milizen, die die Gewinne zur Finanzierung ihrer Waffenkäufe nutzen.

Aus diesem Grund untersagen die USA mit dem Dodd-Franc Act  allen US-börsennotierten Unternehmen, die Verwendung von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus dem Kongo. Der geforderte Nachweis einer Nichtverwendung stellt die Unternehmen vor große Schwierigkeiten. Zudem kritisieren Experten, dass durch diese Forderung vor allem der Schmuggel gefördert und die Lebensgrundlage von kongolesischen Kleinbergbauern entzogen würde.

Dieser Problematik hat sich das Fairphone-Team gestellt und sich gegen ein Embargo von Rohstoffen aus dem Kongo entschieden. Die heiße Diskussion hierzu kann man sich leicht vorstellen. Denn ein Embargo würde die arbeitslosen Minenarbeiter in die Arme der Milizen treiben. Gründer Bas van Abel sagte dem Handelsblatt: „Wir wollen etwas bewegen, indem wir konfliktfreie Mineralien aus dem Kongo verwenden, anstatt das Land komplett zu meiden.“  Der konfliktfreie Bezug von Rohstoffen ist dem Fairphone-Team schon bei Zinn, Tantal, Gold, Silber und Platin gelungen, bei Wolfram ist man kurz davor.

fairphone kongo

Bei der Rohstoffgewinnung für das Fairphone kann man zwar nicht behaupten, dass eine 100%ige Fairness geschaffen worden ist. Das gibt auch Gründer Bas van Abel im Interview zu: „Wir bauen also kein 100%ig faires Smartphone.“ Allerdings ist es keinem Hersteller bislang gelungen, einen so hohen Anteil an fairer Rohstoffgewinnung zu erreichen.

2. Faire Produktion von Komponenten und Endprodukt

Das Fairphone stößt das Tor zur Welt unserer Elektrogeräte auf, deren Herstellungsbedingungen bislang kaum ans Tageslicht kamen. Spätestens seit den zahlreichen Selbstmorden von Arbeitern des Apple-Zulieferers Foxconn wird auch uns in der westlichen Welt klar, dass die schicken Smartphones (und die anderen Elektrogeräte in unserem Haushalt) nicht ‚vom Himmel fallen‘, sondern von Menschen zusammengesetzt werden.

Fairphone Produktion in China

Fairphone Produktion in China

Das Fairphone wird bei der Firma A’Hong in China produziert werden. China als Herstellungsland ruft bei manchen Kunden verständlicher Weise ungute Assoziationen hervor. Allerdings ist das Produktionsland kein Problem, so lange faire Arbeitsbedingungen und Löhne gewährleistet sind. Laut Fairphone kontrollieren bei A’Hong regelmäßig unabhängige Gutachter die Arbeitsbedingungen. Von den Bedingungen vor Ort hat sich das Fairphone-Team selbst überzeugen können. Es ist interessant zu sehen, was ein Hersteller erreichen kann, wenn man er nur ernsthaft versucht.

3. Vermeidung von Elektroschrott

Die Stiftung bietet Kunden eine zweijährige Garantie. Dazu kommt die Konstruktionsweise des Fairphones, die es ermöglicht, die wichtigsten Bauteile (z.B. der Akku) problemlos auszutauschen. Zur Vermeidung eines unnötigen Elektroschrotts wird das Fairphone standardmäßig ohne Aufladekabel ausgeliefert.

Ein wichtiger Baustein zur Verlängerung der Nutzungsdauer des Fairphones ist der mögliche Dual-Sim-Betrieb. Das ist zwar zum einen praktisch für diejenigen Kunden, die viel reisen oder zwei Anschlüsse mit einem einzigen Handy bedienen wollen. Zum anderen ermöglicht Dual-Sim aber dem Fairphone ein zweites Leben in Schwellenländern. Dort schwankt die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter so stark, dass viele Menschen mehrere Mobilfunkanbieter nutzen.

Zusätzlich unterstützt man als Fairphone-Käufer vernünftiges Recycling. Von jedem verkauften Fairphone gehen 3 Euro an eine Organisation, die Akkus und Batterien aus Ghana, wo sie unter sehr umweltschädlichen Bedinungen verschrottet werden, zurückholt. Diese werden in Belgien einem ordnungsgemäßen Recycling zugeführt.

Ein erster Blick auf das faire Smartphone

Ein erster Blick auf das faire Smartphone

Fazit

Das Fairphone hat zwar nicht die 100%-Fairness-Marke erreicht, allerdings ist dies bei der Komplexität weder möglich noch behaupten dies die Fairphone-Initiatoren. Dennoch kann man erkennen, welche bedeutenden Veränderungen möglich sind, wenn ein Hersteller sich ernsthaft darum bemüht. Das Fairphone ist damit vermutlich das fairste Smartphone auf dem Markt.

Das Fairphone kann auf der Fairphone-Webseite kostenpflichtig vorbestellt werden. Die Produktion startet am 17. Juni und die ersten Modelle werden im kommenden September  ausgeliefert. Sollte bis dahin etwas schief laufen, verspricht die Stiftung, das Geld zurückzuerstatten.

Nur ein Gutmenschen-Handy?

Was ist Eure Meinung zum Fairphone? Nur ein Gutmenschen-Handy als ein neues Statussymbol der Nachhaltigkeitsszene? Bringt es wirklich nachhaltige Veränderungen? Würdet ihr es kaufen? Wir sind gespannt auf Eure Gedanken!

Hier entsteht etwas Gutes: Glimpse Clothing

7 Feb

Glimpse_TascheManchmal überfliegt man die Postings bei Facebook und stößt dabei  auf ein richtiges Juwel! So erging es mir als ein Freund vor kurzem die Webseite von Glimpse Clothing teilte. Ich war begeistert, obwohl Glimpse Clothing noch nicht einmal richtig losgelegt hat. Aber schon allein die Intention des Startups begeistert: Mit Mode gegen Menschenhandel!

Unter dem Slogan Love sells! laufen beim Stuttgarter Startup momentan die Vorbereitungen für die erste Kollektion für Herbst 2013. Das schicke Corporate Design verspricht schon einmal Gutes. Das Gründungsteam besteht aus Teresa (Design), Lilly (Organisation) und Simon (Mediendesign). Als Team greifen sie ein Thema auf, um welches selbst sozial engagierte Firmen gerne einen Bogen schlagen: Menschenhandel und Prostitution. Es ist halt ein unangenehm sperriges Thema, das man nur anpackt, wenn man es auch ernst meint. Zudem ist es für die meisten von uns ein weit entferntes Thema, das uns kompliziert und unlösbar erscheint.

Glimpse_Tasche-5

Der Ansatz von Glimpse Clothing ist aber verblüffend einfach, effektiv und einleuchtend: Glimpse arbeitet mit der Hilfsorganisation „Crossover“ vor Ort in Indien zusammen. Crossover gibt jungen Frauen einen Weg aus der Prostitution, in dem es ihnen eine Ausbildung z.B. als Näherin ermöglicht. Dabei wird auf das Alter und die Verfassung der Frau geachtet und ihr nur soviel zugemutet wie für das Wohl des Kindes gut ist. Damit die jungen Frauen nach erfolgreicher Ausbildung nicht ohne Arbeit dastehen, kommt Glimpse Clothing ins Spiel: Sie lassen ihre Kleidung genau von diesen Frauen herstellen. Das Beste: Damit Du weißt, welche Person Deine Kleidung hergestellt hat, ist jedes Kleidungsstück mit einem enstprechenden Hinweis versehen! Damit kannst Du mit der richtigen Wahl Deiner Kleidung einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Menschenhandel und Prostitution leisten.

Viel besser erklärt es das Video von Glimpse:

Wollt ihr Glimpse Clothing zu einem guten Start verhelfen? Dann bleibt informiert und seit rechtzeitig am Start, wenn es los geht: Hier geht’s zur Webseite und natürlich gibt es Glimpse auch auf facebook!

Solche Firmenideen wollen wir mehr sehen!

Caleb’s Hill bekommt Fairtrade Award 2012 verliehen!

1 Apr

Anke Engelke, Klaus Töpfer oder Cosma Shiva Hagen: Lauter bekannte Namen waren bei der Verleihung der diesjährigen Fairtrade Awards vertreten. Wir waren auch dabei, denn ihr hattet uns bei der Abstimmung für Publikumspreis ganz nach vorne gestimmt!

Die Preisverleihung fand im schicken Ellington Hotel in Berlin statt. Vor 250 geladenen Gästen aus Politik, Presse und Vertretern von Unternehmen, die sich im fairen Handel engagieren, wurde ein beeindruckendes Programm präsentiert. Moderiert von Anke Engelke (die im „echten Leben“ mindestens genauso witzig und spontan ist wie im TV) wurde ein interessanter Rundumschlag über die Welt des fairen Handels gegeben.

Während die Gäste schon das erste Glas Wein genossen, gab Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer in seiner Funktion als Schirmherr des 20jährigen Jubiläums von Transfair sein Grußwort. Michael Nkonu, Geschäfsführer von Fairtrade Africa, gab einen interessanten Perspektivwechsel auf den fairen Handel und berichtete von den positiven Auswirkungen in den Ländern der Dritten Welt.

Der Höhepunkt des kurzweiligen Abends war zweifellos die Ehrung der Gewinner in den verschiedenen Kategorien. In der Kategorie „Handel“ wurden Anton Jurina und Martin Höfeler, den Gründern des Modelabels armedangels, der Preis von Schauspielerin Cosma Shiva  Hagen überreicht.  Für die leckeren Säfte wurde Pfanner als bestes Unternehmen in der Kategorie „Industrie“ ausgezeichnet , während der Preis für beste Zivilgesellschaft an das Projekt Netzwerk „Faire Metropole Ruhr“ ging (überreicht durch Schauspieler Joachim Król).  Transfair-Geschäftsführer Overath zeichnete als besten „Newcomer“ die Firma Quadrato aus, der es erstmals gelungen ist, Möbel aus  Fairtrade zertifiziertem Holz am Markt anzubieten.

 

Bevor die Musikband ‚Klee‘ den Abend abrundete, wurden die beiden Publikumspreise verliehen. Ja, richtig: zwei Publikumspreise! Zusammen mit Caleb’s Hill wurde ‚Das Eis‚ ausgezeichnet. Weil es laut der Transfair-Presseabteilung bei der Online-Abstimmung theoretisch zu Missverständnissen hätte kommen können, wurden zwei Preise verliehen : ‚DasEis‚ als das Unternehmen mit den meisten Stimmen und Caleb’s Hill als bestbewertetes Unternehmen. Das tat unserer Freude aber keinen Abbruch, da wir das Konzept hinter ‚DasEis‚ für sehr gut halten.

Leckeres Essen, ein kurzweiliges Programm und eine tolle Moderatorin haben uns einen spannende Abend beschert. Allerdings müssen wir auch zugeben, dass wir uns etwas deplatziert gefühlt haben als kleines Unternehmen zwischen ganzen ‚Großen‘. Zudem sind wir ja eigentlich gar keine ‚klassische Fairtrade-Firma‘, denn Fairtrade ist für uns das Fundament, auf dem wir unsere weiteren Säulen Hilfe (durch unser Eins zu Eins-Versprechen), ökologische Nachhaltigkeit (Bio-Baumwolle) und Transparenz (durch die Eins zu Eins-Nummer auf den Produkten) aufbauen. Perfekt wurde das durch den kurzen Trailer erklärt, der auf der Preisverleihung gezeigt wurde. Den wollen wir euch nicht vorenthalten und nochmal ein ganz dickes DANKESCHÖN an euch, die ihr uns nach vorne gestimmt habt!

Weitere Infos findet ihr auf der Webseite von Fairtrade Deutschland.

Gute Idee: Ben & Jerry’s Fairtrade Eiscreme

1 Dez

Echte Kenner von Eiscremes kennen sie schon länger: Ben und Jerry. Die beiden Gründer der berühmten Eismarke sind bekannt für ihre lockere Art, Eis zu verkaufen und die ungewöhnlichen Ideen zur Verbesserung ihrer Produkte. Vor einiger Zeit haben sie ihre Produkte auf eine besondere Weise verbessert: Ihr Eis trägt jetzt das Fairtrade-Siegel!

Chunky Monkey Eiscreme

Chunky Monkey Eiscreme

Das erste Eis an Bord des Space Shuttles

Welcher Hersteller kann das schon von sich behaupten? Ben & Jerry’s ist die erste Eismarke, die mit an Bord eines Space Shuttles genommen wurde. Und was im Weltall schmeckt, kann auf hoher See auch nicht schlecht sein! Daher haben die meisten Kreuzfahrtschiffe der Royal Caribbean International  einen eigenen Ben & Jerry’s-Laden an Bord! Eine kurze Tour durch die aussergewöhnliche Ben & Jerry’s-Kabine auf der „Freedom of the Seas“ könnt ihr im Video sehen:

Aber was ist die Geschichte hinter dem Eis, das sowohl Astronauten als auch Seefahrern gefällt? Alles fing ganz klein: Im Jahr 1977 belegten die beiden Freunde Ben Cohen und Jerry Greenfield einen Fernkurs in Eisherstellung an der Pennsylvania State University. Ein paar Monate später, im Mai 1978, eröffneten die beiden Freunde ihre erste Eisdiele in einer renovierten Tankstelle in Burlington, Vermont. Zur ersten Geburtstagsfeier ihrer Eisdiele wurde der erste „Free Cone Day“ ins Leben gerufen, den es bis heute jedes Jahr gibt. An dem Tag werden kostenlose Eiswaffeln an jeden verteilt, der Lust auf Eis hat! In diesem ungewöhnlichen Firmenstart liegt wahrscheinlich auch die unkonventionelle und kreative Art, mit der Ben & Jerry’s sein Eissorten bezeichnet: Neben „Chunky Monkey“ und „Baked Alaska“ gehören Sorten wie „Caramel Chew Chew“ und „Phish Food“ zum Programm.

Ben & Jerry

Die Gründer Ben und Jerry

FAIR – und das mit Siegel!

Bereits 2005 verwendete Ben & Jerry’s erstmals Fairtrade zertifizierte Vanille und brachte mit „Vanilla Fairtrade” das weltweit erste Fairtrade-Eis auf den Markt. Seitdem gab es in jedem Jahr eine neue Sorte mit dem Fairtrade Siegel. Bis Ende 2011 werden in Deutschland alle erhältlichen Sorten in allen Größen mit fair gehandelten Zutaten hergestellt.

„Fairtrade bedeutet sicherzustellen, dass jeder sein Stück vom Kuchen abbekommt. Das gesamte Konzept hinter Fairtrade entspricht exakt unseren Werten und unserem Gerechtigkeitsempfinden. Es will doch niemand etwas kaufen, für dessen Herstellung jemand anderes ausgebeutet wurde.“  – Jerry Greenfield

Durch das Fairtrade-Siegel wird sichergestellt, dass der Anbau und Handel der Zutaten auf eine sozial verträgliche Art und Weise von statten ging. Dank Fairtrade werden Zwischenhändler ausgeschaltet, so dass die Gewinne direkt bei den Bauernorganisationen ankommen. Zudem wird ihnen ein fester Rohstoffpreis garantiert, der mindestens über dem Weltmarktpreis liegt, sowie eine Fairtrade-Prämie. Dieses gerechtere Einkommen hilft den Bauern und ihren Familien dabei, Grundbedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf, Bildung und Gesundheitsvorsorge für sich und ihre Familien abzudecken sowie in eine nachhaltige Produktion zu investieren. Jedem Bauer werden faire Preise für seine Waren gezahlt, jeder Arbeiter erhält einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen und die Produkte sind zu 100% frei von Kinderarbeit. Mindestens 50% der Zutaten müssen aus dem fairen Handel stammen, damit ein Produkt das Siegel tragen darf.

Und was ist mit dem Rest? Da mehr als die Hälfte der Eiscreme aus Milch und Milchsahne besteht, verwundert es nicht, dass Ben & Jerry’s sich sehr dafür interessiert, wo diese herkommt. Daher hat Ben & Jerry’s mehrere Programme ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die kleinen Milchhöfe, mit denen Ben & Jerry’s zusammenarbeitet, weiterhin nur glückliche Kühe melken. Zusätzlich misst Ben & Jerry’s seit 2003 den Öko-Hufabdruck, verwendet grüne Energie in seinen Werken und hat „Caring Dairy“ gestartet, ein Milchwirtschaftsprogramm, das die Bedürfnisse von Milchkühen, Farmern und der Umwelt in Einklang bringt. Im April 2007 meldete Ben & Jerry’s, dass alle in Europa produzierten Sorten klimaneutral sind!

Peace, Love & Ice-Cream

FAIR – auch ohne Siegel

Ben & Jerry’s zeigt aber auch, dass man nicht unbedingt ein Siegel braucht, um ein faires Arbeitsklima zu schaffen. Lange Zeit existierte in der Firma die so genannte „7:1-Regel“. Diese Regel besagte, dass kein Mitarbeiter bei Ben & Jerry’s mehr als das Siebenfache des Lohns des am geringsten bezahlten Mitarbeiters erhalten darf. Diese Regel wurde bis hoch zum CEO umgesetzt. Als Ben Cohen allerdings 1995 als CEO zurücktrat, verkündete Ben & Jerry’s, dass mit der Suche nach einem CEO-Ersatz die „7:1-Regel“ beendet wird. Schade eigentlich. Trotzdem bleibt Ben & Jerry’s eine sympathische Eiscreme-Firma, die es uns ermöglicht, mit einem fairen Gewissen zu schlemmen.

Peace, Love & Ice-Cream

Unser Tipp: Das slowmag!

25 Nov

Das Slowmag

Wir mochten das Magazin von Anfang an und hatten ein paar Exemplare im Büro und Lager liegen. Nachdem wir in den letzten Wochen unsere Freunde und Bekannte begeistert durch das Magazin haben blättern sehen, wollen wir es euch auch nicht vorenthalten: das slowmag!

Das slowmag wird halbjährlich vom Label slowmo herausgegeben. Das Mode-Label slowmo ist ein Familienbetrieb, der 2006 von den Geschwistern Felicia und Melchior Moss in Berlin-Friedrichshain gegründet wurde. In den slowmo Entwürfen verbindet sich Großstadtflair mit Natur. Slowmo-Produkte sind zu 100% kontrolliert-biologisch und fair gehandelt, frei von Kinderarbeit, Ausbeutung, Genmanipulation und Umweltverschmutzung. Produziert wird lokal: in Berlin.

SlowmagDas Slowmag

Diese ungewöhnliche Einstellung spiegelt sich auch im Magazin des Labels wieder. Das slowmag ist ein kostenloses Magazin für nachhaltiges Design & Lebensstil. Das Magazin ist inhaltlich zeitlos, aber trifft den Zeitgeist und bekommt zusätzlich durch sein besonderes Layout und die aufwendige Verarbeitung eine hohe Wertigkeit. Das Beste: ihr könnt es euch kostenlos als E-Paper anschauen oder als Druckversion kostenlos abonnieren. Die aktuelle Ausgabe ist besonders gelungen, denn da sind wir mit einer Anzeige vertreten!:) Viel Spaß beim Lesen!