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Das Fairphone und die Komplexität einer ‚fairen‘ Elektronik

21 Jun

Das Fairphone soll besser für Umwelt und Arbeiter sein und geht nun in Produktion. Die Idee, mit dem Fairphone ein Smartphone auf den Markt zu bringen, das nicht nur den technischen Anforderungen genügt, sondern auch noch unter fairen Bedingungen hergestellt wurde, hat in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit bekommen. Sogar Medien wie Spiegel Online, Süddeutsche und FAZ berichteten über die lobenswerte Initiative. Aber neben einer fairen Smartphone-Alternative bringt das Fairphone auch ein paar neue Probleme ans Licht.

Was bietet das Fairphone?

Das Fairphone

Das Fairphone

Das Wichtigste vorweg: Das Fairphone ist ein solides Smartphone der oberen Mittelklasse. Betrachtet man den 4,3-Zoll-Touchscreen mit qHD-Auflösung (960×540 Pixel), die 8 Megapixel-Kamera, den 1,2 GHz-Vierkern-CPU oder den 16Gb integriertem Speicherplatz des Fairphones, dann unterscheidet es sich kaum von den Produkten anderer Hersteller.

Wie die meisten Smartphones in Deutschland läuft es auf Android, so dass sich alle für Android entwickelten Apps problemlos auf das Fairphone laden lassen. Mit der Android-Version 4.2 ist es sogar aktueller als die Mehrzahl der anderen Smartphones. Ein weiterer Vorteil ist die Dual-Sim-Option, die es dem Nutzer erlaubt, zwei Sim-Karten einzulegen und unter zwei Nummern erreichbar zu sein. In dieser ersten Gerätegeneration wird LTE allerdings nicht unterstützt. Dafür sind bei einem Gewicht von 165g zudem WLAN, Bluetooth und HSDPA an Bord. Soviel zu den technischen Eckdaten.

Das Fairphone

Das Fairphone

Mit einem Preis von 325 EUR liegt das Fairphone im Bereich vergleichbarer Handys. Der Preis überrascht umso mehr, wenn man bedenkt, dass hinter dem Fairphone eine niederländische Stiftung steht, die aufgrund der geringen Mengen keine niedrigen Preise mit Minenbetreibern, Zulieferern und Fabriken aushandeln kann wie es die etablierten Herstellern am Markt können. Allerdings ist die Stiftung als gemeinnützige Einrichtung nicht darauf angewiesen, Gewinn zu machen. Damit unterscheidet sie sich von Herstellern wie Apple oder Samsung, die nicht nur in Forschung investieren, sondern auch einen großen organisatorischen Overhead finanzieren und die Aktionäre befrieden müssen.

Ist das Fairphone wirklich 100% fair?

Was muss ein Smartphone bieten, damit es als fair und ökologisch nachhaltig bezeichnet werden kann? Aus meiner Sicht müssen dafür folgende Kriterien erfüllt sein: Faire Arbeitsbedingungen und umweltschonende Vorgehensweise sowohl bei der Rohstoffgewinnung als auch bei der Produktion und Komponenten und Endprodukt. Des Weiteren sollte der entstehende Elektroschrott über den gesamten Produktlebenszyklus minimiert werden.

1. Rohstoffgewinnung

Damit ein Smartphone als fair und ökologisch nachhaltig bezeichnet werden kann, muss natürlich die Gewinnung der Rohstoff unter fairen Arbeitsbedingungen, ohne Kinderarbeit und schonend für die Umwelt vorgenommen werden.

Allerdings bereitet die Feststellung der Herkunft der Rohstoffe Probleme. Schon die Feststellung der Herkunft der Metalle Eisen und Kupfer ist schwer und noch verschlungener sind die Wege über die Tantal, Wolfram, Silber, Gold oder Palladium in den Produktionsprozess gelangen. Auch benötigt man zur Produktion das rare Coltan und die so genannten „Seltenen Erden“. Insgesamt stecken in einem Handy mehr als 60 verschiedene Stoffe, darunter ca. 30 Metalle (Quelle: „Die Rohstoff-Expedition“).

Fairphone-Chef Bas van Abel vor Ort im Kongo

Fairphone-Chef Bas van Abel vor Ort im Kongo

Selbst wenn man die Rohstoffe zurückverfolgen kann, stoßt man an deren Ursprung auf weitere Probleme: Viele der Metalle werden in afrikanischen Krisenregionen abgebaut, in denen Kinderarbeit, Sklaverei und Umweltverschmutzung an der Tagesordnung sind. Zudem sind viele Minen unter der Kontrolle von Milizen, die die Gewinne zur Finanzierung ihrer Waffenkäufe nutzen.

Aus diesem Grund untersagen die USA mit dem Dodd-Franc Act  allen US-börsennotierten Unternehmen, die Verwendung von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus dem Kongo. Der geforderte Nachweis einer Nichtverwendung stellt die Unternehmen vor große Schwierigkeiten. Zudem kritisieren Experten, dass durch diese Forderung vor allem der Schmuggel gefördert und die Lebensgrundlage von kongolesischen Kleinbergbauern entzogen würde.

Dieser Problematik hat sich das Fairphone-Team gestellt und sich gegen ein Embargo von Rohstoffen aus dem Kongo entschieden. Die heiße Diskussion hierzu kann man sich leicht vorstellen. Denn ein Embargo würde die arbeitslosen Minenarbeiter in die Arme der Milizen treiben. Gründer Bas van Abel sagte dem Handelsblatt: „Wir wollen etwas bewegen, indem wir konfliktfreie Mineralien aus dem Kongo verwenden, anstatt das Land komplett zu meiden.“  Der konfliktfreie Bezug von Rohstoffen ist dem Fairphone-Team schon bei Zinn, Tantal, Gold, Silber und Platin gelungen, bei Wolfram ist man kurz davor.

fairphone kongo

Bei der Rohstoffgewinnung für das Fairphone kann man zwar nicht behaupten, dass eine 100%ige Fairness geschaffen worden ist. Das gibt auch Gründer Bas van Abel im Interview zu: „Wir bauen also kein 100%ig faires Smartphone.“ Allerdings ist es keinem Hersteller bislang gelungen, einen so hohen Anteil an fairer Rohstoffgewinnung zu erreichen.

2. Faire Produktion von Komponenten und Endprodukt

Das Fairphone stößt das Tor zur Welt unserer Elektrogeräte auf, deren Herstellungsbedingungen bislang kaum ans Tageslicht kamen. Spätestens seit den zahlreichen Selbstmorden von Arbeitern des Apple-Zulieferers Foxconn wird auch uns in der westlichen Welt klar, dass die schicken Smartphones (und die anderen Elektrogeräte in unserem Haushalt) nicht ‚vom Himmel fallen‘, sondern von Menschen zusammengesetzt werden.

Fairphone Produktion in China

Fairphone Produktion in China

Das Fairphone wird bei der Firma A’Hong in China produziert werden. China als Herstellungsland ruft bei manchen Kunden verständlicher Weise ungute Assoziationen hervor. Allerdings ist das Produktionsland kein Problem, so lange faire Arbeitsbedingungen und Löhne gewährleistet sind. Laut Fairphone kontrollieren bei A’Hong regelmäßig unabhängige Gutachter die Arbeitsbedingungen. Von den Bedingungen vor Ort hat sich das Fairphone-Team selbst überzeugen können. Es ist interessant zu sehen, was ein Hersteller erreichen kann, wenn man er nur ernsthaft versucht.

3. Vermeidung von Elektroschrott

Die Stiftung bietet Kunden eine zweijährige Garantie. Dazu kommt die Konstruktionsweise des Fairphones, die es ermöglicht, die wichtigsten Bauteile (z.B. der Akku) problemlos auszutauschen. Zur Vermeidung eines unnötigen Elektroschrotts wird das Fairphone standardmäßig ohne Aufladekabel ausgeliefert.

Ein wichtiger Baustein zur Verlängerung der Nutzungsdauer des Fairphones ist der mögliche Dual-Sim-Betrieb. Das ist zwar zum einen praktisch für diejenigen Kunden, die viel reisen oder zwei Anschlüsse mit einem einzigen Handy bedienen wollen. Zum anderen ermöglicht Dual-Sim aber dem Fairphone ein zweites Leben in Schwellenländern. Dort schwankt die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter so stark, dass viele Menschen mehrere Mobilfunkanbieter nutzen.

Zusätzlich unterstützt man als Fairphone-Käufer vernünftiges Recycling. Von jedem verkauften Fairphone gehen 3 Euro an eine Organisation, die Akkus und Batterien aus Ghana, wo sie unter sehr umweltschädlichen Bedinungen verschrottet werden, zurückholt. Diese werden in Belgien einem ordnungsgemäßen Recycling zugeführt.

Ein erster Blick auf das faire Smartphone

Ein erster Blick auf das faire Smartphone

Fazit

Das Fairphone hat zwar nicht die 100%-Fairness-Marke erreicht, allerdings ist dies bei der Komplexität weder möglich noch behaupten dies die Fairphone-Initiatoren. Dennoch kann man erkennen, welche bedeutenden Veränderungen möglich sind, wenn ein Hersteller sich ernsthaft darum bemüht. Das Fairphone ist damit vermutlich das fairste Smartphone auf dem Markt.

Das Fairphone kann auf der Fairphone-Webseite kostenpflichtig vorbestellt werden. Die Produktion startet am 17. Juni und die ersten Modelle werden im kommenden September  ausgeliefert. Sollte bis dahin etwas schief laufen, verspricht die Stiftung, das Geld zurückzuerstatten.

Nur ein Gutmenschen-Handy?

Was ist Eure Meinung zum Fairphone? Nur ein Gutmenschen-Handy als ein neues Statussymbol der Nachhaltigkeitsszene? Bringt es wirklich nachhaltige Veränderungen? Würdet ihr es kaufen? Wir sind gespannt auf Eure Gedanken!

Unser neues Strandtuch!

7 Jun
Bio Fairtrade Handtücher

Products with a story

Wer kennt das nicht? Man geht im Urlaub an den Strand und das Schwerste in der Tasche ist das große Strandtuch? Wenn man endlich am Strand liegt, ist das Liegetuch etwas zu kurz und man hat die Wahl, entweder den Kopf oder die Füße in den heißen Sand zu legen? Ihr freut euch auf den Saunabesuch, aber müsst dafür schwere, platzraubende Saunatücher mitschleppen? Genau für diese Fälle haben wir unser neues Handtuch geschaffen!

Bio Fairtrade Waffelpiquee

Waffelpiquee-Handtuch

Wir wollten ein Strandtuch schaffen, dass nicht nur groß genug ist, sondern auch gleichzeitig leicht und weich. Dazu haben wir eine edle Waffelpiqueé-Webung gewählt, was einen idealen Kompromiss zwischen geringem Gewicht, flauschiger Weichheit und edlem Design darstellt. Woher der Name kommt, kann man auf den Fotos leicht erkennen. Es ist eine Webart, die normalerweise nur in der Hotelbranche verwendet wird und selten im normalen Verkauf zu finden ist.

Als Größen haben wir 100cm x 200cm und 77cm x 160cm im Programm und trotz der Größe sind die Bio-Handtücher aufgrund der geringen Webdichte von nur 270g/qm erstaunlich leicht. Natürlich sind wir unseren hohen Ansprüchen an die Produktionsstandards treu geblieben und daher ist es das erste Mal, dass es so ein Handtuch in Fairtrade- und Bio-Qualität gibt! Die Handtücher sind aus zertifizierter Bio-Baumwolle (GOTS) und tragen das Fairtrade-Siegel, das uns garantiert, dass sowohl beim Anbau der Baumwolle als auch bei der Weiterverarbeitung alle Arbeiter einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen genossen haben.

Natürlich gilt auch für diese Handtücher unser Eins zu Eins-Versprechen: Für jedes verkaufte Produkt spenden wir eine bedürftigen Person ein gleichwertiges Produkt. Dabei legen wir hohe Ansprüche an die Organisation der Hilfsaktionen an und haben mittlerweile schon mehrere schöne Hilfsaktionen durchgeführt. Natürlich legen wir Wert auf Transparenz und daher könnt ihr anhand der Eins zu Eins-Nummer auf Eurem Produkt den kompletten Produktionsweg und die unterstützte Hilfsaktion auf unserer Webseite nachvollziehen.

Du magst unser neues Handtuch? Du bist begeistert von unserer Philosophie? Dann schreib es uns und sag es weiter!

Bio Handtücher

Bio-Fairtrade-Handtuch

Pure Soul

29 Mai

Die Flut von Magazinen und Zeitschriften kann jeder von uns im örtlichen Supermarkt bewundern. Die meisten dieser Zeitschriften erscheinen allerdings irgendwie austauschbar. Aber ab und zu erwischt man dann doch eine Zeitschrift, die nicht nur im Druckformat etwas anders ist, sondern auch eine etwas andere Ausrichtung hat. Wir stellen vor: Pure Soul.

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Pure Soul ist ein neues Frauenmagazin im Hochglanzformat und widmet sich Themen aus den Bereichen Spiritualität, Meditation und Lebensglück. „Pure Soul“ erscheint vier Mal im Jahr (weitere Infos hier). Zudem gibt es die „Pure Soul“  über iTunes oder google Play Store: hier erhält man die vergangenen Ausgaben gratis und die aktuelle Ausgabe zu einem günstigeren Preis. Natürlich ist das Magazin auch bei Facebook aktiv.

Das Schöne ist: In der aktuellen Ausgabe sind auch wir von Caleb’s Hill vertreten! Die kreative Firmenidee von Caleb’s Hill war „Pure Soul“ einen großen Artikel mit schönen Fotos von unseren Hilfsaktionen in Uganda und Indien wert. Zum Lesen des Artikels einfach auf den Artikel unten klicken!

PureSoul

Neue Hilfsaktion: Über 100 ugandische Kinder freuen sich über neue Schuluniformen!

25 Apr

Die Slums von Kampala, Uganda, sind normalerweise kein Ort, an den sich westliche Touristen verirren. Doch ist es der Ort, wo wir unsere neue Hilfsaktion durchgeführt haben.

In den letzten Monaten haben wir genug Produkte verkauft, um unsere nächste Hilfsaktion durchzuführen. Dazu haben wir uns einen besonderen Ort ausgesucht: Die Schulkinder der Naomi-Froese-Schule in Bukassa am Rande von Kampala, der Hauptstadt Ugandas.

Die Schule unterrichtet ca. 310 Schüler und ist selbst gerade nur mit den nötigsten Dingen ausgestattet. Strom gibt es erst seit knapp 2 Jahren und das Wasser wird durch eine Wasserpumpe aus einem Brunnen per Hand gepumpt. Die Kinder kommen aus ärmlichen Verhältnissen. Teilweise ist die Not so groß, dass 105 der Schüler als Internatskinder aufgenommen wurden. Finanziert wird das durch das Patenschaftsprogramm unserer Partnerhilfsorganisation Global Care. Die Schule ist sehr dankbar für jede Unterstützung, die den Kindern im Schulalltag gegeben werden kann.

Hier haben wir mit unserer Hilfsaktion angesetzt: Wir spendeten mehr als 100 Schuluniformen an Kinder der Schule. Das Besondere daran: Um den Nutzen der Hilfsaktion zu maximieren, haben wir Näherinnen vor Ort in Kampala damit beauftragt, die Schuluniformen für uns herzustellen!

Mit der Produktion der 105 Schuluniformen haben wir fast ein Dutzend Frauen beauftragt. Diese Frauen kommen aus ärmlichen Verhältnissen und zeichnen sich durch eine beeindruckende Strebsamkeit und einen großen Stolz aus, mit dem sie ihre Arbeit verrichten. So nähte Justine Nabweteme die Schuluniformen mit ihrer Nähmaschine „in“ ihrem Nähladen vor einem Laden im ärmsten Stadtviertel von Kampala, Kasubi. Durch unseren Auftrag verdiente sie das Schulgeld, um ihre Tochter Schanita für viele weitere Monate zur Schule schicken zu können. Sowohl Justine als auch ihre Tochter Schanita könnt ihr in der Fotogalerie sehen.

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Die fertigen Schuluniformen wurden von den Kindern mit großer Freude in Empfang genommen. Die Mädchen bekamen je einen Rock und eine Bluse, die Jungs je ein Hemd und eine Hose. Für viele der Kinder ist es etwas Außergewöhnliches, neue Kleidung zu tragen und ihre Freude und Stolz lässt sich an ihren Augen ablesen! Besonders Betty aus dem Stadtteil Bukassa hat sich über die Schuluniform gefreut: „Ein so schönes Kleid habe ich noch nie getragen – ich möchte es am liebsten gar nicht mehr ausziehen!“

Da die meisten Kinder ein sehr hartes Leben führen und wahrscheinlich noch nie etwas so teures geschenkt bekommen haben, stellen die Schuluniformen noch etwas anderes dar: Eine besondere Art der Wertschätzung der Kinder!

Helft Caleb’s Hill zu helfen!

Statt für Werbung benutzen wir unseren Profit, um notleidenden Menschen zu helfen. Daher sind wir mehr als andere Firmen auf Deine Hilfe angewiesen. Erzähl‘ Deinen Freunden von Caleb’s Hill, werde Caleb’s Hill-Fan auf Facebook und verschicke diesen Link per E-Mail an Deine Freunde!

Oder schau nach und lies mehr über unsere anderen Hilfsaktionen in Uganda und Indien! Eine Übersicht über unsere Hilfsaktionen findest Du hier.

Caleb’s Hill bekommt Fairtrade Award 2012 verliehen!

1 Apr

Anke Engelke, Klaus Töpfer oder Cosma Shiva Hagen: Lauter bekannte Namen waren bei der Verleihung der diesjährigen Fairtrade Awards vertreten. Wir waren auch dabei, denn ihr hattet uns bei der Abstimmung für Publikumspreis ganz nach vorne gestimmt!

Die Preisverleihung fand im schicken Ellington Hotel in Berlin statt. Vor 250 geladenen Gästen aus Politik, Presse und Vertretern von Unternehmen, die sich im fairen Handel engagieren, wurde ein beeindruckendes Programm präsentiert. Moderiert von Anke Engelke (die im „echten Leben“ mindestens genauso witzig und spontan ist wie im TV) wurde ein interessanter Rundumschlag über die Welt des fairen Handels gegeben.

Während die Gäste schon das erste Glas Wein genossen, gab Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer in seiner Funktion als Schirmherr des 20jährigen Jubiläums von Transfair sein Grußwort. Michael Nkonu, Geschäfsführer von Fairtrade Africa, gab einen interessanten Perspektivwechsel auf den fairen Handel und berichtete von den positiven Auswirkungen in den Ländern der Dritten Welt.

Der Höhepunkt des kurzweiligen Abends war zweifellos die Ehrung der Gewinner in den verschiedenen Kategorien. In der Kategorie „Handel“ wurden Anton Jurina und Martin Höfeler, den Gründern des Modelabels armedangels, der Preis von Schauspielerin Cosma Shiva  Hagen überreicht.  Für die leckeren Säfte wurde Pfanner als bestes Unternehmen in der Kategorie „Industrie“ ausgezeichnet , während der Preis für beste Zivilgesellschaft an das Projekt Netzwerk „Faire Metropole Ruhr“ ging (überreicht durch Schauspieler Joachim Król).  Transfair-Geschäftsführer Overath zeichnete als besten „Newcomer“ die Firma Quadrato aus, der es erstmals gelungen ist, Möbel aus  Fairtrade zertifiziertem Holz am Markt anzubieten.

 

Bevor die Musikband ‚Klee‘ den Abend abrundete, wurden die beiden Publikumspreise verliehen. Ja, richtig: zwei Publikumspreise! Zusammen mit Caleb’s Hill wurde ‚Das Eis‚ ausgezeichnet. Weil es laut der Transfair-Presseabteilung bei der Online-Abstimmung theoretisch zu Missverständnissen hätte kommen können, wurden zwei Preise verliehen : ‚DasEis‚ als das Unternehmen mit den meisten Stimmen und Caleb’s Hill als bestbewertetes Unternehmen. Das tat unserer Freude aber keinen Abbruch, da wir das Konzept hinter ‚DasEis‚ für sehr gut halten.

Leckeres Essen, ein kurzweiliges Programm und eine tolle Moderatorin haben uns einen spannende Abend beschert. Allerdings müssen wir auch zugeben, dass wir uns etwas deplatziert gefühlt haben als kleines Unternehmen zwischen ganzen ‚Großen‘. Zudem sind wir ja eigentlich gar keine ‚klassische Fairtrade-Firma‘, denn Fairtrade ist für uns das Fundament, auf dem wir unsere weiteren Säulen Hilfe (durch unser Eins zu Eins-Versprechen), ökologische Nachhaltigkeit (Bio-Baumwolle) und Transparenz (durch die Eins zu Eins-Nummer auf den Produkten) aufbauen. Perfekt wurde das durch den kurzen Trailer erklärt, der auf der Preisverleihung gezeigt wurde. Den wollen wir euch nicht vorenthalten und nochmal ein ganz dickes DANKESCHÖN an euch, die ihr uns nach vorne gestimmt habt!

Weitere Infos findet ihr auf der Webseite von Fairtrade Deutschland.

Gute Idee: Ben & Jerry’s Fairtrade Eiscreme

1 Dez

Echte Kenner von Eiscremes kennen sie schon länger: Ben und Jerry. Die beiden Gründer der berühmten Eismarke sind bekannt für ihre lockere Art, Eis zu verkaufen und die ungewöhnlichen Ideen zur Verbesserung ihrer Produkte. Vor einiger Zeit haben sie ihre Produkte auf eine besondere Weise verbessert: Ihr Eis trägt jetzt das Fairtrade-Siegel!

Chunky Monkey Eiscreme

Chunky Monkey Eiscreme

Das erste Eis an Bord des Space Shuttles

Welcher Hersteller kann das schon von sich behaupten? Ben & Jerry’s ist die erste Eismarke, die mit an Bord eines Space Shuttles genommen wurde. Und was im Weltall schmeckt, kann auf hoher See auch nicht schlecht sein! Daher haben die meisten Kreuzfahrtschiffe der Royal Caribbean International  einen eigenen Ben & Jerry’s-Laden an Bord! Eine kurze Tour durch die aussergewöhnliche Ben & Jerry’s-Kabine auf der „Freedom of the Seas“ könnt ihr im Video sehen:

Aber was ist die Geschichte hinter dem Eis, das sowohl Astronauten als auch Seefahrern gefällt? Alles fing ganz klein: Im Jahr 1977 belegten die beiden Freunde Ben Cohen und Jerry Greenfield einen Fernkurs in Eisherstellung an der Pennsylvania State University. Ein paar Monate später, im Mai 1978, eröffneten die beiden Freunde ihre erste Eisdiele in einer renovierten Tankstelle in Burlington, Vermont. Zur ersten Geburtstagsfeier ihrer Eisdiele wurde der erste „Free Cone Day“ ins Leben gerufen, den es bis heute jedes Jahr gibt. An dem Tag werden kostenlose Eiswaffeln an jeden verteilt, der Lust auf Eis hat! In diesem ungewöhnlichen Firmenstart liegt wahrscheinlich auch die unkonventionelle und kreative Art, mit der Ben & Jerry’s sein Eissorten bezeichnet: Neben „Chunky Monkey“ und „Baked Alaska“ gehören Sorten wie „Caramel Chew Chew“ und „Phish Food“ zum Programm.

Ben & Jerry

Die Gründer Ben und Jerry

FAIR – und das mit Siegel!

Bereits 2005 verwendete Ben & Jerry’s erstmals Fairtrade zertifizierte Vanille und brachte mit „Vanilla Fairtrade” das weltweit erste Fairtrade-Eis auf den Markt. Seitdem gab es in jedem Jahr eine neue Sorte mit dem Fairtrade Siegel. Bis Ende 2011 werden in Deutschland alle erhältlichen Sorten in allen Größen mit fair gehandelten Zutaten hergestellt.

„Fairtrade bedeutet sicherzustellen, dass jeder sein Stück vom Kuchen abbekommt. Das gesamte Konzept hinter Fairtrade entspricht exakt unseren Werten und unserem Gerechtigkeitsempfinden. Es will doch niemand etwas kaufen, für dessen Herstellung jemand anderes ausgebeutet wurde.“  – Jerry Greenfield

Durch das Fairtrade-Siegel wird sichergestellt, dass der Anbau und Handel der Zutaten auf eine sozial verträgliche Art und Weise von statten ging. Dank Fairtrade werden Zwischenhändler ausgeschaltet, so dass die Gewinne direkt bei den Bauernorganisationen ankommen. Zudem wird ihnen ein fester Rohstoffpreis garantiert, der mindestens über dem Weltmarktpreis liegt, sowie eine Fairtrade-Prämie. Dieses gerechtere Einkommen hilft den Bauern und ihren Familien dabei, Grundbedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf, Bildung und Gesundheitsvorsorge für sich und ihre Familien abzudecken sowie in eine nachhaltige Produktion zu investieren. Jedem Bauer werden faire Preise für seine Waren gezahlt, jeder Arbeiter erhält einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen und die Produkte sind zu 100% frei von Kinderarbeit. Mindestens 50% der Zutaten müssen aus dem fairen Handel stammen, damit ein Produkt das Siegel tragen darf.

Und was ist mit dem Rest? Da mehr als die Hälfte der Eiscreme aus Milch und Milchsahne besteht, verwundert es nicht, dass Ben & Jerry’s sich sehr dafür interessiert, wo diese herkommt. Daher hat Ben & Jerry’s mehrere Programme ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die kleinen Milchhöfe, mit denen Ben & Jerry’s zusammenarbeitet, weiterhin nur glückliche Kühe melken. Zusätzlich misst Ben & Jerry’s seit 2003 den Öko-Hufabdruck, verwendet grüne Energie in seinen Werken und hat „Caring Dairy“ gestartet, ein Milchwirtschaftsprogramm, das die Bedürfnisse von Milchkühen, Farmern und der Umwelt in Einklang bringt. Im April 2007 meldete Ben & Jerry’s, dass alle in Europa produzierten Sorten klimaneutral sind!

Peace, Love & Ice-Cream

FAIR – auch ohne Siegel

Ben & Jerry’s zeigt aber auch, dass man nicht unbedingt ein Siegel braucht, um ein faires Arbeitsklima zu schaffen. Lange Zeit existierte in der Firma die so genannte „7:1-Regel“. Diese Regel besagte, dass kein Mitarbeiter bei Ben & Jerry’s mehr als das Siebenfache des Lohns des am geringsten bezahlten Mitarbeiters erhalten darf. Diese Regel wurde bis hoch zum CEO umgesetzt. Als Ben Cohen allerdings 1995 als CEO zurücktrat, verkündete Ben & Jerry’s, dass mit der Suche nach einem CEO-Ersatz die „7:1-Regel“ beendet wird. Schade eigentlich. Trotzdem bleibt Ben & Jerry’s eine sympathische Eiscreme-Firma, die es uns ermöglicht, mit einem fairen Gewissen zu schlemmen.

Peace, Love & Ice-Cream

Unser Tipp: Das slowmag!

25 Nov

Das Slowmag

Wir mochten das Magazin von Anfang an und hatten ein paar Exemplare im Büro und Lager liegen. Nachdem wir in den letzten Wochen unsere Freunde und Bekannte begeistert durch das Magazin haben blättern sehen, wollen wir es euch auch nicht vorenthalten: das slowmag!

Das slowmag wird halbjährlich vom Label slowmo herausgegeben. Das Mode-Label slowmo ist ein Familienbetrieb, der 2006 von den Geschwistern Felicia und Melchior Moss in Berlin-Friedrichshain gegründet wurde. In den slowmo Entwürfen verbindet sich Großstadtflair mit Natur. Slowmo-Produkte sind zu 100% kontrolliert-biologisch und fair gehandelt, frei von Kinderarbeit, Ausbeutung, Genmanipulation und Umweltverschmutzung. Produziert wird lokal: in Berlin.

SlowmagDas Slowmag

Diese ungewöhnliche Einstellung spiegelt sich auch im Magazin des Labels wieder. Das slowmag ist ein kostenloses Magazin für nachhaltiges Design & Lebensstil. Das Magazin ist inhaltlich zeitlos, aber trifft den Zeitgeist und bekommt zusätzlich durch sein besonderes Layout und die aufwendige Verarbeitung eine hohe Wertigkeit. Das Beste: ihr könnt es euch kostenlos als E-Paper anschauen oder als Druckversion kostenlos abonnieren. Die aktuelle Ausgabe ist besonders gelungen, denn da sind wir mit einer Anzeige vertreten!:) Viel Spaß beim Lesen!